Foto: U. A. Kirsten Rik Neu-West
Foto: U. A. Kirsten Rik Neu-West

Axel von Ernst

 

1971 geboren. Seit 2006 Mitverleger des Düsseldorfer Lilienfeld Verlages, der 2011 den Förderpreis der Kurt-Wolff-Stiftung erhielt. Daneben einer der Hauptorganisatoren der HOTLIST – die besten Bücher aus unabhängigen Verlagen. Autor und Dramatiker. Lebt in Düsseldorf.

 

 

 


Foto: Sammlung Flügge
Foto: Sammlung Flügge

Franz Hessel

 

1880 in Stettin als Sohn eines Bankiers geboren. Wuchs in Berlin auf und lebte während seiner Studienjahre in München mit Franziska Gräfin zu Reventlow in einer Wohngemeinschaft. Von 1906-1914 lebte er in Paris, danach wieder in München und ab den zwanziger Jahren als Lektor und Übersetzer in Berlin, wo er u. a. mit Walter Benjamin befreundet war. 1938 verließ er Deutschland, wurde 1940 in Frankreich interniert und starb nach einem im Lager erlittenen Schlaganfall 1941 in Sanary-sur-Mer.

Bekannt ist er für seine melancholisch-einfühlsamen Romane (u.a. auch Der Kramladen des Glücks, 1913; Pariser Romanze, 1920), vor allem aber auch als Essayist ("Marlene Dietrich", 1931, "Ermunterungen zum Genuß", 1933) und besonders für sein Flaneursbuch "Spazieren in Berlin" von 1929, das 2011 mit einer Einleitung des Sohnes Stéphane Hessel und einem Nachwort des langjährigen Hessel-Herausgebers Bernd Witte neu veröffentlicht wurde.


Cover: Lilienfeld Verlag
Cover: Lilienfeld Verlag

Sling

 

1878 als Paul Felix Schlesinger in Berlin geboren. Nach einer Kaufmannslehre studierte er. Gehörte dann in München der Künstlerboheme an und trat bei den "Elf Scharfrichtern", dem ersten politischen Kabarett Deutschlands, auf. Musikkritiken von Ihm erschienen in der "Schaubühne", literarische Texte u.a. im "Simplicissimus". Er wurde Korrespondent für den Ullstein Verlag und arbeitete 1911/12 in Paris. Im Krieg ab 1915 in der Schweiz. 1920 berief Ihn Ullstein in die Redaktion der "Vossischen Zeitung", wo er sich unter dem Kürzel Sling neu erfand und dann vor allem als Gerichtsreporter berühmt, beliebt und zu einem der einflußreichsten Publizisten der Zeit wurde. Er starb 1928 durch Herzversagen.


Foto: Archiv Jankofsky
Foto: Archiv Jankofsky

 Walter Bauer

 

1904 in Merseburg in armen Verhältnissen geboren, machte zunächst eine Lehrerausbildung, wanderte 1925 vagabundierend durch Deutschland, Österreich, Italien und die Schweiz und arbeitete dann u.a. als Redakteur und Lehrer. Sein zweites Buch "Stimme aus dem Leunawerk" (1930), ein lyrischer Einblick in das Leben und Denken der Werksarbeiter, machte ihn schlagartig bekannt und wurde von Kurt Tucholsky, Stefan Zweig und Franz Werfel sehr gelobt. Nach 1933 unterlag er Publikationsbeschränkungen, schrieb aber weiter. 1940 Einberufung zum Kriegsdienst, 1946 Rückkehr aus der Gefangenschaft und 1952 Auswanderung nach Kanada und Neuanfang u.a. als Fabrikarbeiter, Packer und Tellerwäscher. Nach einem späten Studium wurde Walter Bauer schließlich Universitätsprofessor in Toronto, wo er 1976 starb. Sein Werk umfasst u.a. Romane, Lyrik und Biographien. Seit 1994 vergeben die Städte Merseburg und Leuna für literarisches Schaffen in seinem Geiste alle zwei Jahre gemeinsam den Walter-Bauer-Preis und seit 2006 das Walter-Bauer-Stipendium.


Foto: Godfried de Groot-Collectie Hella S. Haasse
Foto: Godfried de Groot-Collectie Hella S. Haasse

Hella S. Haasse

 

1918 in Batavia (dem heutigen Jakarta) geboren, steht in den Niederlanden als Autorin in der ersten Reihe der modernen Klassiker. Sie debütierte 1945 mit einem Gedichtband; aber schlagartig berühmt wurde sie 1948 mit ihrem ersten Roman "Der Schwarze See" (im Original: "Oereog"), der seitdem mehr als fünfzig Wiederauflagen erlebte, in elf Sprachen übersetzt und 1993 auch verfilmt wurde. Ihr Gesamtwerk umfasst viele weitere Romane, Erzählungen, Autobiographisches und Essays. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 1983 den P. C. Hooftprijs (den niederländischen Staatspreis für Literatur), 2000 das Kreuz der französischen Ehrenlegion und 2004 den Prijs der Nederlandse Letteren. 2011 starb Hella Haasse mit 93 Jahren in Amsterdam.

 


Foto: Karl-Ernst Boeters
Foto: Karl-Ernst Boeters

Karl Friedrich Borée

 

1886 in Görlitz geboren, studierte Jura, war Offizier im Ersten Weltkrieg und danach in den Stadtverwaltungen von Schöneberg (heute Berlin) und Königsberg sowie als Jurist tätig. Ende 1930 erschien "Dor und der September" als Romandebüt des 44-Jährigen. Sein zweiter Roman, "Quartier an der Mosel" (1935), wurde als Antikriegsroman verboten, allerdings konnte Borée weiter veröffentlichen. Nach 1945 arbeitete er aktiv am Aufbau eines demokratischen Literaturlebens mit. Er schrieb für den Berliner Tagesspiegel, war der erste Vorsitzende des Westberliner Schriftstellerverbands und Generalsekretär der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, wo er 1964 starb.