Foto: privat
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Britta Jürgs

 

1965 in Frankfurt am Main geboren. Studium der Germanistik, Romanistik und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main, Paris und Berlin. 1997 Gründung des AvivA Verlags. Herausgeberin von Büchern zu Frauen in der Kunst- und Literaturgeschichte. Redakteurin der Virginia. Von 2004-2008 1. Vorsitzende des Netzwerks der Bücherfrauen e.V.. Auszeichnung als Bücherfrau des Jahres 2011. Seit März 2015 Vorsitzende der Kurt Wolff Stiftung.

 


Foto: AvivA Verlag
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Nellie Bly

 

1864 als Elizabeth Jane Cochran in Pennsylvania geboren. Mit einem Leserbrief gelingt ihr 1885 der Einstieg in den Journalismus, kurze Zeit später geht sie nach New York. Für Joseph Pulitzers Zeitung "New York World" lässt sie sich in eine Irrenanstalt einliefern und verfasst daraufhin die investigative Reportage "Ten Days in a Mad-House". Bald darauf erscheint die ebenfalls sehr erfolgreiche Reisereportage "Around the World in Seventy-Two Days", für die sie sich in der Tradition von Jules Vernes Romanhelden Phileas Fogg auf eine Weltreise begeben hatte. 1895 heiratet Bly den 70-jährigen Industriellen Robert Seaman, dessen Unternehmen sie nach seinem Tod 1904 leitet. Nach dessen Bankrott kehrt sie zum Journalismus zurück und wird 1914 Kriegskorrespondentin in Österreich. 1922 in New York an einer Lungenentzündung gestorben.


Foto: AvivA Verlag
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Lessie Sachs

 

1896 in Breslau geboren, entschied sich Lessie (Valeska Luise) Sachs früh, ein Kunststudium aufzunehmen und zog nach München, die damalige deutsche Kunstmetropole.

Während der sich überschlagenden Ereignisse der Novemberrevolution 1918/1919 engagierte sie sich politisch, trat der KPD bei und arbeitete für die Räteregierung. Im Zuge der Niederschlagung der Münchner Räterepublik wurde sie verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, danach stand sie jahrelang unter Beobachtung. Nach ihrer Ausweisung aus Bayern zog sie zunächst zurück nach Breslau.

Ab 1930 veröffentlichte Lessie Sachs Gedichte und Kurzprosa in renommierten Zeitungen wie der Vossischen oder dem Simplicissimus. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten machte ihre Hoffnungen auf eine Karriere als Schriftstellerin zunichte und zwang sie 1937, mit ihrem Mann, dem Pianisten und Komponisten Josef Wagner, und ihrer Tochter nach Amerika zu emigrieren, wo sie 1942 starb.

Zwei Jahre später erschienen in den USA ihre "Tag- und Nachtgedichte" mit einem Vorwort von Heinrich Mann.