Foto: Yura Drug
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Uwe von Seltmann

 

1964 in Müsen geboren, lebt seit 2007 als freier Publizist, Dokumentarfilmer und Rechercheur vor allem in Krakau. In den vergangenen 15 Jahren wurde er zu rund 600 Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen in Europa, Israel und den USA eingeladen. Er hat neun Bücher verfasst oder herausgegeben, die sich vor allem mit den familiären, gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der NS-Zeit auf die Gegenwart befassen, z. B. das Standardwerk "Schweigen die Täter, reden die Enkel" (Edition Büchergilde, 2004). Er ist Regisseur und Co-Produzent des jiddischen Dokumentarfilms "Boris Dorfman – A mentsh" (2014).

 

 

 

Foto: homunculus Verlag
Foto: homunculus Verlag

Mordechai Gebirtig

 

1877–1942, war ein Krakauer Tischler und jiddischer Poet. Er verfasste zahlreiche sozialkritische Texte, die er den kleinen Leuten seiner Nachbarschaft widmete. 1920 wurde eine erste Sammlung seiner Lieder veröffentlicht. Im Oktober 1940 wurde er mit seiner Familie in das Dorf Łagiewniki deportiert, im Frühjahr 1942 ins Krakauer Ghetto, wo er im selben Jahr ermordet wurde. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes schrieb er bis zuletzt. Sein bekanntestes Lied "S’brent" (Es brennt) war während der NS-Zeit die inoffizielle Hymne jüdischer Widerstandskämpfer, heute wird es in Israel zu jedem Holocaust-Gedenktag angestimmt.