Edition Tiamat (Berlin)


Ist der Name eines seit 1979 von dem Autor Klaus Bittermann zunächst in Nürnberg, seit 1982 in Berlin betriebenen Verlags.

 

Der Programmschwerpunkt liegt auf politisch links orientierten und satirischen Texten. In der Edition Tiamat erschienen u. a. Bücher von Guy Debord, Wiglaf Droste, Fritz Eckenga, Eike Geisel, Greser & Lenz, Gerhard Henschel, Robert Kurz, Fanny Müller, Antonio Negri, Oliver Maria Schmitt, Harry Rowohlt, Ralf Sotscheck, Sue Townsend, Hunter S. Thompson, Roger Willemsen und Hans Zippert.

 

Klaus Bittermann, war seit seiner Geburt 1952 bis zur Volljährigkeit mit dem Handicap belastet, in der fränkischen "Kleinod- und Bratwurstmetropole" Kulmbach aufzuwachsen, wo er zusammen mit Thomas Gottschalk den Weihrauchkessel schwenkte, wovon ihm einmal sogar übel wurde. Philosophie-, Politologie- und Soziologie-Studium in Erlangen, wo er sich mit der Vorrede von Hegels "Phänomenologie des Geistes" beschäftigte, mit Kants "Kritik der reinen Vernunft" und mit Horkheimer. Beschäftigte sich mit den Situationisten und Guy Debord und gab hin und wieder Bücher heraus, bis schließlich ein Verlag draus wurde.

 

Verleger u.a. von Hunter S. Thompson, Wiglaf Droste, Harry Rowohlt, Wolfgang Pohrt, Kinky Friedman, Hannah Arendt, Guy Debord, Hans Zippert, Eike Geisel, Toni Negri und Franz Dobler.

 

Lebt, schreibt und arbeitet in Berlin Kreuzberg. Er wäre "der letzte in Berlin lebende Dandy", schrieb mal jemand. Hat diese Behauptung nie dementiert. Herausgeber zahlreicher Anthologien (39) und Beiträger für selbige. Schreibt Woche für Woche die "Blutgrätsche", die Wahrheit über den Bundesligaspieltag und kolumnierte außerdem lange Zeit "Das Who‘s who peinlicher Personen". Schreibt für die taz u.a. "Berliner Szenen", komische Miniaturen über den Berliner Alltag.

 

Buchveröffentlichungen:

"Das Sterben der Phantome. Verbrechen und Öffentlichkeit", Berlin 1988.

"Geisterfahrer der Einheit. Kommentare zur Wiedervereinigungskrise", Berlin 1995.

"Strandgut der Geschichte. Siebzehn Entführungen", München 2001.

"Noch alle Schweine im Rennen. Prolegomena einer Kritik des ganz schön harten Lebens", Mainz 2001.

"Wie Walser einmal Deutschland verlassen wollte. Glossen über Querdenker de Luxe und andere Würstchen", Berlin 2005.

"Der Aufstand der Kuscheltiere. Eine Räuber- und Pistolengeschichte", Kinderbuch, illustriert von Rudi Hurzlmeier, Zweitausendeins, Frankfurt 2007.

"The Crazy Never Die. Amerikanische Rebellen in der populären Kultur", über Lenny Bruce, Robert Mitchum. Abbie Hoffman, Hunter S. Thompson, Lester Bangs und Kinky Friedman, Berlin 2011.

"Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol. Kreuzberger Szenen", Berlin 2011. Als Taschenbuch bei Suhrkamp, Berlin 2012.

"Alles schick in Kreuzberg. Unter Touristen, Pennern, Gentrifizierten", Berlin 2013.

Veröffentlichte außerdem unter dem Pseudonym Artur Cravan drei Berlin-Krimis mit dem Protagonisten Marc Einstein: "Tod in der Schonzeit"; "Endstation Berlin"; "Der tödliche Bluff".

Hörbuch: "Sieben Abschweifungen über Hunter S. Thompson", Berlin 2006.

Zusammen mit Harry Rowohlt: "Alles schick in Kreuzberg & Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol", Doppel-CD, Berlin 2013